Pressemitteilungen
Internationaler Museumstag
In einer bundesweiten Kampagne begehen in ganz Deutschland die Museen am Sonntag, den 20. Mai, den Internationalen Museumstag. Es ist ein Tag, der, wie Landeskonservator Dr. Michael Henker von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen betont, zeigen soll, dass die Museen einen gesellschaftlichen Auftrag haben. Sie sollen sich der Gesellschaft und den Interessengruppen öffnen und „neue Themensätze aktiv einbeziehen“.
Dem diesjährigen Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ schließen sich auch die Museen des Porzellanikons in Selb und Hohenberg mit einem umfangreichen Programmangebot an. Im Porzellanikon Hohenberg – Deutsches PorzellanMuseum wird Kuratorin Petra Werner um jeweils 11.30 Uhr und 14.00 Uhr eine Sonderführung unter dem Titel „Wandel der Moden – Wandel des Porzellans“ anbieten. Im Zentrum ihrer bekannt kurzweiligen und informativen Betrachtungen steht das Porzellan und die Frage, wieweit es die jeweils aktuelle Mode in Bekleidung oder Tischkultur spiegelt. Der Förderverein Porzellanikon bietet ab 13.00 Uhr Kaffee und Kuchen zur Stärkung an.
Um die Schönheit
August Endell (1871 -1925). Architekt und Formkünstler Kabinettausstellung vom 29. März bis 20. Mai 2012 im Bröhan-Museum, Berlin August Endell gehört neben Otto Eckmann und Henry van de Velde zu den Hauptvertretern des Jugendstils in Berlin und zählt unbestritten zu den Protagonisten des Deutschen Jugendstils überhaupt. Trotzdem wurde Endell bisher nur wenig Aufmerksamkeit in der Forschung und öffentlichen Wahrnehmung zuteil. Die Kabinettausstellung im Bröhan-Museum beleuchtet nun das Gesamtwerk des Künstlers mit dem Schwerpunkt auf den Berliner Jahren. Es ist die erste Ausstellung zu Endell in Berlin überhaupt. Die umfangreiche wissenschaftliche Begleitpublikation stellt den neuesten Stand der Forschung zum Architekten und Formkünstler dar.
Als typischer Künstler der Lebensreformbewegung um 1900 war August Endell vielseitig tätig: Er arbeitete als Architekt, Innenarchitekt, Formkünstler, Kunsttheoretiker und Kunstschulreformer. Mit seinem architektonischen Erstlingswerk des Fotoateliers Elvira in München schuf er 1898/99 ein Hauptwerk der neuen Architektur. Nicht in der bayerischen Metropole, sondern in Berlin, wo er von 1901 bis 1918 lebte, entstand der größte Teil seiner Arbeiten. Hier vollzog er die Wende von der expressiven Ornamentik des „Wolzogen-Theaters” über die in der Formgebung beruhigten Hackeschen Höfe hin zur sachlich-funktionalen Werkbund-Moderne der Trabrennbahn in Mariendorf.
“EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen” JEAN BOGGIO UND FRANZ
Im außergewöhnlichen Garten einer ungewöhnlichen Symbiose Das Europäische IndustrieMuseum für Porzellan – Porzellanikon Selb widmet sich der ersten französisch-chinesischen Luxusmarke „Jean Boggio for Franz” Er stammt aus Algerien, hat einen italienischen Namen und verlebte seine Kindheit an der Côte d’Azur. Jean Boggio ist dem Pass nach Franzose und ansonsten Cosmopolit. „Aber“, sagt er, „meine Wurzeln sind vielfacher Natur und sehr europäisch.“ Er liebt den Luxus und er glaubt an die Vision des kulturellen Austausches, an das Abenteuer der Zusammenarbeit und an das Wunder der Ergänzung über Grenzen hinweg. Jean Boggio bezeichnet sich zu allererst als Handwerker und begann seine Laufbahn mit Schmuckentwürfen. „Ich wollte Design mit einem Bezug zum Kunsthandwerk machen“, sagt er. Schon lange entwirft er neben Schmuck auch Glas, Möbel, Stoffe und Porzellan. Seine Auftraggeber sind Hermès, Baccarat, Chopard, Raynaud, Haviland, Daum und andere.
Er ist Chinese und studierte deutsche Literaturgeschichte. Er handelt mit Porzellan, sein Hauptgeschäftssitz liegt im taiwanesischen Taipei, seine Produktionsstätte in der Geburtsstadt des Porzellans Jingdezhen, 2001 gründete er sein mittlerweile weltweit operierendes Unternehmen in den USA. Francis Chen, dem sein Literaturprofessor den Vornamen Franz gab und der sich deshalb heute Franz Chen nennt, hat Geschäfte in China, Taiwan, Europa, den USA, Australien und Neuseeland. Die erste deutsche Niederlassung des Porzellanunternehmens „Franz Collection“ erfolgte 2006 in Nürnberg, dort eröffnete er im Oktober 2011 seine erste Galerie hierzulande. „Ich liebe Deutschland“, ließ er dabei seine Gäste wissen.
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Die Bilder des Playboys werden versteigert
Gunter Sachs – gemalt von Andy Warhol. Eins von zahlreichenKunstwerken aus der Sammlung des im vergangenen Jahr verstorbenen Sachs, der in den sechziger und siebziger Jahren zum Sinnbild des kosmopolitischen Playboys wurde. Die Kunstwerke die Sachs in den späten fünfziger Jahren zu sammeln begann, blieben lange Zeit von der breiten Öffentlichkeit unbeachtet. Nun soll ein Teil der Sammlung – immerhin 300 Exponate – im Mai bei Sothebys in London versteigert werden. In München sind ausgewählte Werke für kurze Zeit zur Vorbesichtigung ausgestellt. Darunter auch Porträts von Schauspielerin und Schönheitsideal Brigitte Bardot, der damaligen Ehefrau von Gunter Sachs. Cheyenne Westphal, von Sotheby´s Europa: “Gunter Sachs hatte das große Glück muss man sagen, dass er schon als recht junger Mann vermögend war und auch noch unheimlichen Mut gehabt hat. Er war drin in Paris, er hat in Paris gelebt in den fünfziger Jahren, richtig in der Szene. Er hat die Künstler kennengelernt von Arman bis Yves Klein bis César, hat gleichzeitig die Arbeiten gekauft und dann schon 1967 Andy Warhol kennengelernt. Und durch ihn kam es dann zu dieser fantastischen Pop Art-Sammlung. Und wenn er was gemacht hat, hat er das wirklich im großen Stil gemacht und das sieht man hier eben in dieser Ausstellung.” Neben Werken von Andy Warhol sind auch Kunstwerke von Roy Liechtenstein und Yves Klein ausgestellt. Sie werden von Preisen von bis zu 4 Millionen britischer Pfund angeboten. Insgesamt wird mit einem Gesamtwert von 20 Millionen Pfund gerechnet. Zur großen Auktion am 22. und 23. Mai in London wird ein riesiger Andrang erwartet “Es gibt Objekte, die wirklich selten auf den Markt kommen. Außer der Kunst, die wir überall um uns sehen, gibt es auch sein Boot zum Beispiel, seine Riva von 1962, “Dracula 3″, die mit 80.000 bis 100.000 Pfund angesetzt ist. Es gibt wirklich tolle Möbel und Objekte. Ein Tisch, Hutständer und Stuhl von Allen Jones, das einzige Set, das je auf einer Auktion war. Das wird sehr spannend werden.” Die Erben von Sachs behalten die ihnen liebsten Stücke der Sammlung. Doch selbst der Rest stellt nach Meinung der Experten eine einzigartige Sammlung von Kunst und dem Zeitgeist der sechziger und siebziger Jahren dar.
Neue Sonderausstellung “ZEIT AUSZEIT”
Neue Sonderausstellung “ZEIT AUSZEIT”im Porzellanikon Hohenberg, 30.03.-04.11.2012 – Es soll ja Menschen geben, die keine Uhren haben. Andere sammeln Uhren wie Aktien. Wieder anderen ist die Uhr am Handgelenk ein ultimatives Statussymbol. – Fern scheinen die Zeiten, da Uhren neuzeitliche „Zeitmesser“ waren und in ihren künstlerischen Ausformungen Gegenstände philosophischer Betrachtungen und Zeugnisse einer hochkultivierten Gesellschaft, die Anlass gaben zu hintersinniger Überlegung und feingeistigem Gespräch. Nicht das Zifferblatt und die Mechanik: Das Wesen der Zeit stand hier im Mittelpunkt. Und die Sehnsucht des Menschen, diese zu zerteilen und gleichzeitig anzuhalten, zu fassen und zu überwinden.
Wenn jetzt im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger (vom 30.03. bis zum 04.11.2012) vierundzwanzig Uhren aus der Meissener Porzellanmanufaktur zu sehen sind, ist das mehr als der Beweis größter Handwerkskunst und einer geradezu verschwenderischen Sorgfalt für das Detail. Die Übernahme der Schau aus Sachsen mit dem Titel „ZEIT AUSZEIT“ stellt vielmehr hintersinnige Fragen: nach der Bedeutung der (mit Menschenmaß gemessenen) Zeit, nach Vergänglichkeit und Lebenssinn, nach der Maßeinheit, mit der ein Tag, ein Jahr, ein Leben gemessen wird; auch nach Zeitvertreib und Kurzweil, nach Momenten des Glücks, des Übergangs, der Ewigkeit. Kaum eines der prächtigen, bis über einen halben Meter hohen Exemplare kommt ohne allegorische Figuren und Metaphern aus.